Hast du heute schon ‚gelebt‘?

Der Tag ist vorüber und was würdest du mir heute Abend wohl für eine Antwort geben, wenn ich dich fragen würde: „Hast du heute schon „gelebt“?“

Vermutlich würdest du also in Gedanken deinen Tag durchgehen, ggf. so:

Aufgewacht

Angezogen

Frühstück – vermutlich viel zu schnell – vertilgt

Auf den Weg zur Arbeit gemacht

Im Job funktioniert

Mittagspause verpasst

  1. Hälfte des Tages gearbeitet

Voll im Stress

Überstunden gemacht

Zum Einkaufen gefahren

Nach Hause gefahren

Gekocht

Gegessen

Bisschen aufgeräumt

Abgespült

Geduscht

Aufs Sofa gelegt – eingeschlafen

Mitten in der Nacht aufgewacht und ins Bett übergesiedelt

Okay, das war nur ein Beispiel. Vermutlich sind in deinem Tagesablauf noch tausend andere erwähnenswerte Dinge passiert, die Kinder betreut, zur Schule gefahren, gekocht, gebügelt usw.

Aber worauf ich hinaus will ist folgendes:

Schreibe tatsächlich mal einen oder mehrere Tage in ähnlicher Weise, wie ich es oben getan habe auf.

Schreibe, ohne vorher darüber nachzudenken!

Schreibe spontan und intuitiv das auf, was du getan hast.

Wenn du dir die Zeit dafür nimmst und wirklich deine Gedanken außen vor lässt, dann siehst du genau, wo deine Lebensprioritäten liegen. Und solltest du jetzt wirklich keinen Punkt finden, an dem dein Herz beim Lesen höher schlägt, dann kannst du dir wirklich die Frage stellen: „Habe ich heute eigentlich schon ‚gelebt‘?“

Leben heißt nicht nur zu „funktionieren“ oder im Alltag, sei es im Job oder auch innerhalb der Familie, Höchstleistungen zu erbringen. Dein Leben besteht nicht nur Arbeit, Stress und Dingen, die erledigt werden ‚müssen‘. Du lebst dein Leben nicht nur, um Dienstleistungen, sei es für dich selbst in Form der Selbständigkeit oder für andere in Form eines Angestelltendaseins oder auch in Form der Familie zu erbringen!

Mach dir klar, dass du nicht nur für andere lebst, sondern dass du in allererster Linie für dich selbst lebst!

Mach dir klar, dass jeder Mensch – auch du – etwas Besonderes ist und dass dein Leben genau so etwas Besonderes ist, das es wert ist, nicht einfach nur vorbeigelebt zu werden.

Dein Leben ist es wert, achtsam gelebt zu werden. Achtsam und wertig … bewusst!

All das, was du an Alltäglichkeiten erledigst, bei denen du kaum nachdenken musst, geht an dir vorbei. Das sind diese Momente, bei denen du dich später fragst, wo deine Zeit an diesem Tag bloß geblieben ist.

Lerne, deine Tätigkeiten, ganz gleich, was es ist, bewusst zu erledigen.

Lerne, dir deine Zeit, die dir tagtäglich zur Verfügung steht, so einzuteilen, damit noch genügend davon übrig bleibt, die du genießen kannst.

Deine Zeit ist so kostbar, wie dein Leben!

Und wenn du dir bewusst darüber wirst, dass keine einzige Sekunde, die an dir vorüberzieht, wiederholt werden kann, dann frage dich, welchen Sinn du deinem Leben geben kannst, um nicht am Ende deiner Tage sagen zu müssen: „Das war’s … und ich weiß immer noch nicht, wie es sich anfühlt, glücklich zu sein.“

Es müssen nicht immer große Dinge sein, die du bewegen musst, um ein Glücksgefühl in deinem Herzen zu verspüren.

Du musst keine Berge versetzen, um dir deiner selbst wertig zu sein.

Aber du kannst selbst mit den kleinsten Augenblicken, in denen du dich selbst fühlst, in denen du ganz und gar bei DIR bist, Gefühle erspüren, Weite, Freiheit, Glück und kannst dich in diesen Momenten weit über den Alltag erheben und kannst dir die Ruhe und Harmonie ins Herz bringen, die wichtig dafür ist, dass du ausgeglichen deinen ‚Pflichten‘ genüge tun kannst.

Sorge also stets für einen Ausgleich zu jenen Dingen, die du glaubst, tun zu müssen in Bezug auf Arbeit, Familie etc., denn nur wenn du dir deinen eigenen Freiraum schaffst und sei er auch noch so klein, dann erst bist du soweit, dass du nicht mehr nur ‚funktionierst‘, sondern dass du ‚lebst‘!

Also frage dich:

Habe ich mich heute schon über das, was mich umgibt gefreut? Bewusst gefreut? Die Sonne? Der Schmetterling? Ein Bild? Ein nettes Gespräch mit dem Nachbarn? Das Zwitschern der Vögel? Das Lachen der Kinder? Die wundervollen Blumen im Garten?

Nehme ich diese Dinge überhaupt noch wahr oder sind sie für mich schon zur ‚Normalität‘ geworden?

Habe ich mir ein wenig Zeit für mich selbst genommen? Habe ich es mir gegönnt, in einem guten Buch zu schmökern? Mich für eine Weile in die Sonne zu legen? Mich in ein Straßencafé zu setzen und es mir bei einem Latte Macchiato gutgehen zu lassen?

Überhaupt … geht es mir gut?

Bin ich gut zu mir oder nur zu anderen?

Ja und dann frage dich:

„Habe ich heute eigentlich schon gelebt?“

 

Und wie sieht es jetzt bei dir aus? Lebst du schon oder funktionierst du noch?

 

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