Was hindert uns daran, zu ‚leben‘?

Leben bedeutet jedenfalls NICHT, morgens aufzustehen, den Tag über zu funktionieren und abends todmüde ins Bett zu fallen, kaum mehr fähig dazu, das Gehirn abzuschalten oder Sorgen und Nöte loszulassen.

Um tatsächlich zu ‚leben‘, bedarf es mehr, als zu arbeiten, zu essen und zu schlafen.

Wenn wir unser alltägliches Leben betrachten, so gibt es hier doch himmelweite Unterschiede.

Es gibt diejenigen, die nur auf ihre Karriere ausgerichtet sind, die sozusagen Tag und Nacht daran arbeiten, die kaum mehr andere Gedanken hegen, als jene bezüglich ihrer Arbeit, ihres Fortkommens, ihres Aufstieges, ihrer Beförderung, ihres Ruhmes und ihrer Konten, die ständig zu wachsen haben. Ein Singledasein wird hierzu oftmals gerne in Kauf genommen oder eine bestehende Familie wird vernachlässigt. Urlaube sind weder geplant, noch werden freie Tage dazu genutzt, etwas für sich selbst zu tun, denn es gibt ja ach-so-viel Arbeit, die noch erledigt werden muss, damit man in der Rangliste der Aufsteigenden auf der Karriereleiter möglichst weit oben steht. Okay, vermutlich wird man, wenn man zu dieser Kategorie Mensch gehört, niemals das Problem eines überzogenen Kontos haben und man muss sich in diesem Fall auch nicht den Kopf darüber zerbrechen, wie man die nächste Miete zahlt, aber wird man am Ende seines Daseins tatsächlich sagen können, dass man ‚gelebt‘ hat? Wirklich gelebt?

Das Gleiche dürfen sich die Menschen fragen, die ebenfalls einer geregelten Arbeit nachgehen, sei es in Form des Angestelltendaseins oder in Form einer Selbständigkeit. Nicht dass die Frage nach dem ‚Leben‘ von der einen oder der anderen Form abhängig ist, denn Arbeit, in welcher Art und Weise auch immer, gehört nun einfach auch zu unserem Leben, aber die Fragen sind doch eher folgende:

  • Gefällt uns das, was wir tagtäglich in unserem Job tun?
  • Füllt uns diese Arbeit aus? Also nicht auf einen Stundentakt gesehen, sondern füllt uns diese Arbeit innerlich aus?
  • Macht sie uns Freude?
  • Ist sie nur Beruf oder tatsächlich Berufung?
  • Bin ich unzufrieden mit dem, was ich tue?
  • Frustriert mich dieser Job?
  • Bin ich montags schon froh, wenn ein paar Tage später wieder Freitag ist?
  • Bin ich meiner Arbeit gewachsen?
  • Bin ich überfordert?
  • Wie ist das Verhältnis zu meinen Arbeitskollegen oder zu meinen Angestellten?
  • Ist es mir möglich, abends ab einer gewissen Uhrzeit einfach abzuschalten?
  • Kann ich schlafen oder halten mich die Gedanken an die Arbeit wach?
  • Und wenn das so ist, warum?
  • Habe ich mich aufgrund meiner Arbeit verändert?
  • Bin ich gestresst?
  • Und wenn ja, müssen andere unter meiner Laune leiden?
  • Muss ich selbst darunter leiden?
  • Habe ich manchmal das Gefühl, dass ich am liebsten alles hinwerfen würde?

Allein schon, wenn wir damit beginnen, uns diese Fragen zu stellen, ist dies ein Hinweis darauf, dass wir mehr oder weniger wirklich nur noch funktionieren, aber nicht mehr ‚leben‘, doch funktionieren bedeutet wiederum, seinen Körper auf ein bestimmtes Level hochzufahren, es konstant dort zu halten und immer im Hinterkopf die Angst zu haben, dass der Körper eines Tages gegen dieses Funktionieren aufbegehrt und schlimmstenfalls mit Burnout, Herzinfarkt, Schlaganfall oder Depressionen den Menschen förmlich dazu zwingt, sich endlich eine Auszeit zu nehmen oder Adios Welt zu sagen.

Will man das wirklich?

Und dann gibt es noch die Menschen, die aus allen möglichen Gründen in ihrer Lebensqualität massiv eingeschränkt sind. Hierzu gehören Mobbingopfer, überforderte Familienangehörige, also Männer, Frauen, Väter, Mütter, Jugendliche, ja, sogar Kinder schon, Menschen, die finanzielle Probleme haben, Menschen mit Ängsten, Zweifeln, Selbstzweifeln, fehlendem Selbstvertrauen, Mangeldenken … Die Bandbreite ist groß, und wenn auch nur ein einziger Punkt hiervon auf jemanden zutrifft, so ist dessen Lebensfreude massiv gestört.

Was auch immer euer Problem ist, macht euch klar, dass es für alles eine Lösung gibt, wenn man bereit dazu ist, etwas dafür zu tun, um eine Veränderung herbeizuführen und glaubt mir, es lohnt sich … Was bleibt, ist, den ersten Schritt dafür tun, die Entscheidung hierfür zu treffen und sich die Frage zu stellen: „Was habe ich zu verlieren und wie viel kann ich gewinnen, wenn ich mich dazu entschließe, mich selbst und die Welt vielleicht aus einem ganz anderen Blickwinkel heraus zu betrachten und gegebenenfalls auch etwas an meinem beruflichen Dasein zu ändern.“ Glaubt ihr nicht, dass das Ganze nicht wenigstens einen Versuch wert ist? Oder zumindest doch eine Überlegung!

 

Wer gehört von euch zu einem dieser Menschen, die ich benannt habe?

Seid ihr bereit dazu, euch hier anonym zu outen? Ihr müsst dies natürlich nicht tun, aber vielleicht wollt ihr ja gerne über eure Probleme reden. Anonym ist das manches Mal viel einfacher.

 

Zurück zur Blog-Startseite

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*