München und mehr – Meine Seele weint

Neun tote Menschen in München, viele Verletzte und ein Mörder, der sich selbst gerichtet hat – gestern in München …

Wie viele andere bin auch ich an den konstanten Polizeimeldungen am gestrigen Abend nicht vorbeigekommen.

Geschockt über das, was geschehen ist, verspüre ich bei jeder neuen Meldung ein Ziehen in der Magengegend, welches sich stets bei mir bemerkbar macht, wenn ich solche Horrorbilder und Nachrichten zu Gesicht bekomme und wieder einmal stelle ich mir die Frage, ob jene Menschen, die zu solchen Gräueltaten fähig sind, krank sind, fanatisch ausgerichtet, Aufschreie nach Aufmerksamkeit ausleben oder einem Tötungswillen nachgeben, um Befriedigung zu erheischen. Politische Motive? Private Probleme? Rachegedanken, die sich in solchen Momenten zu einer Kurzschlussreaktion formieren? Von langer Hand geplante Tötungsstrategien?

Wer weiß schon, was in den Köpfen jener Menschen vorgeht, welche völlig Unbeteiligte in den Tod schicken und sich anschließend jeglicher Verantwortung entziehen, indem sie sich selbst richten oder auch nicht.

Wie viele Menschen es gibt, die glauben, Herr über Leben und Tod spielen zu müssen und wie entsetzlich, zu sehen, dass nahezu an jedem Tag sich ein anderes, ähnlich geartetes Drama irgendwo auf der Welt abspielt. Es sind dies Momente, die, so schrecklich dies klingt, schon fast alltäglich geworden sind. Ein erschreckendes Fazit und ebenso erschreckend ist es, zu sehen, wie jeden Tag aufs Neue die Hasstiraden und Hetzkampagnen – inzwischen gegen alles und jeden – sich intensivst verstärken. Jeder beschuldigt jeden, jeder weiß besser als der andere, was gut für die Menschheit ist und was dabei herauskommt sind wutentbrannte Äußerungen, die wiederum Hass und Ängste schüren.

In diversen Chats am gestrigen Abend habe ich Äußerungen gelesen, die meine Haare zu Berge stehen ließen.

„Bringt die Mörder um! Je schneller, desto besser!“ …und stellt euch damit auf die gleiche Stufe mit dem Täter …

„Jagt das ganze Ausländer-Gesindel aus Deutschland!“ … ohne zu wissen, um welche Nationalität es sich bei dem Täter handelt und ohne darüber nachzudenken, dass man niemals alle Menschen über einen Kamm scheren sollte.

„Die Ausländer haben den Terror mitgebracht! Es IST ein Terroranschlag! Erschießt sie auf der Stelle!“ … Es war nicht erwiesen, dass es sich um einen Terroranschlag handelt, es war nicht erwiesen, dass ein Ausländer die Tat begangen hatte und wenn irgendwo irgendetwas Schreckliches passiert, wird dies sofort auf die Ausländer geschoben … Natürlich ist schon vieles in Deutschland geschehen, was auf deren Konto geht, aber mindestens genauso viele, wenn nicht noch mehr, Tötungs- und Vergewaltigungsdelikte geschehen fast täglich, die von Deutschen begangen werden … und davon einmal abgesehen … Sind wir nicht alle irgendwo Ausländer?

Ich würde mir von Herzen wünschen, dass Menschen sind gegenseitig akzeptieren. Es kann nicht sein, dass die Übergriffe einzelner Personen dazu ausreichen, um eine ganze Nationalität zu verurteilen. Hier wie dort gibt es so viele wunderbare Menschen, die es wert sind, als solche auch wertgeschätzt zu werden.

Ich bin davon überzeugt, dass der größte Teil der Weltbevölkerung nicht „böse“ ist und dass es durchaus möglich wäre, in Liebe und Friede ein herzliches Miteinander zu leben, doch hierfür muss dieses engstirnige Denken aufhören, welches besagt: „Nur ich/wir sind gut, alle anderen mit anderer Nationalität, anderer Hautfarbe, anderer Sprache, anderer Religion sind schlecht.“

Wenn ich heute einen Wunsch frei hätte, würde ich mir wünschen, dass ein jeder Mensch damit beginnen würde, mit dem Herzen zu denken und mit der Seele zu fühlen, um unsere uns innewohnende Menschlichkeit wieder zu erwecken, um uns allen wieder bewusst zu machen, dass uns unsere Welt und unser Leben nur geliehen wurde und dass es in unseren Händen liegt, dieses Leben in Harmonie miteinander zu leben, ohne Ängste, ohne Furcht und ohne Hass.

Wir allein bestimmen unser Dasein und es steht keinem Menschen zu, über anderer Leben zu richten oder aber auch zu urteilen.

Viel eher sollten wir unsere Energien dazu einsetzen, wieder ein liebevolles Miteinander und gegenseitige Achtung zu erreichen.

Kein Mensch möchte in Angst leben oder mit Hass konfrontiert werden, auch jene nicht, die sich zu unbedachten Äußerungen hinreißen lassen, auch jene nicht, die sich zu solchen Wahnsinnstaten hinreißen lassen.

Wenn ein jeder damit beginnen würde, auch nur einen einzigen wohlwollenden Gedanken an seine Mitmenschen auszusenden und diesen dann auch im Leben umzusetzen, dann würde die Welt schon um einiges besser aussehen und die Menschlichkeit würde wieder eine reelle Chance bekommen.

Ein wenig mehr das Herz sprechen lassen und Mitgefühl leben, anstatt (ver-)urteilende Worte seinem Gegenüber entgegenzuschleudern oder die Massen damit aufzuhetzen, etwas mehr Liebe leben, anstatt Ängste zu schüren und damit die Erkenntnis erlangen, wie schön unser Leben doch sein könnte.

Wäre dies nicht wünschenswert?

Wäre dies nicht erstrebenswert?

Wäre dies nicht einfach nur wunderbar?

 

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