Weihnachtswunder – Feliz Navidad

Irgendwie war mir im vergangenen Jahr so überhaupt nicht nach Weihnachten zumute und je mehr ich darüber  nachdachte, kam ich zu dem Schluss, dass das Weihnachtsfest auf unserer lieben Erde doch zumeist in einer einzigen Geschenke-Austausch-Schlacht endete, nachdem  der Völlerei gefrönt wurde.

Es scheint so, als ob genau DAS zum Sinn des Festes geworden ist.

Schade!

Das Einzige, was wirklich schön ist, ist, wenn die Familien zusammenfinden, um wenigstens diesen einen Tag im Jahr, den Hl. Abend, gemeinsam zu verbringen, doch leider endet auch dieses Treffen in vielen Wohnungen in einem einzigen Desaster. Masken werden aufgesetzt, Freude geheuchelt, mit einem verstohlenen Blick auf die Armbanduhr, wann man endlich wieder nach Hause oder sonst wohin gehen kann.

Zum Glück ist das bei uns anders.

Wir verzichten auf einen Weihnachtsbaum, weil es mir in der Seele wehtut, wenn Bäume, die jahrelang gewachsen sind, geschlagen werden. Wir verzichten auf gegenseitige Geschenke an diesem Tag, denn wir könne uns zu jedem anderen Zeitpunkt unter dem Jahr eine Freude bereiten, wenn wir dies möchten und es herrscht echte Freude unter uns, wenn unsere Kinder an diesem Tag bei uns sind. Dies ist doch das größte Geschenk, welches wir uns machen können. Die Zeit, die wir gerne miteinander verbringen möchten.

… und doch … gerade an diesem 23.12.2016, an dem ich noch so gar keine weihnachtlichen Gefühle in mir verspürte, geschah etwas, was mich innerlich total umdrehte.

Wir standen draußen vor der Tür und rauchten eine Zigarette, als plötzlich ein stetes Miauen, fast eher ein vorsichtiges Rufen, in unsere Ohren drang und mit einem Mal ein kleines Kätzchen vor uns saß, durchgefroren mit großen Augen, einem üppigen Angorafell und bereit dazu, uns so lange zu bemaunzen, bis wir schwach werden würden.

Das Kleine war unglaublich süß und eroberte unsere Herzen im Sturm.

Nun ist es aber so, dass wir bereits zwei Katzen haben und in wenigen Tagen auch noch zwei Hunde dazu kommen, sodass mir eigentlich klar war, dass mein Versuch, das Kleine dauerhaft noch mit aufzunehmen wohl kläglich scheitern würde. Dennoch startete ich einen Vorstoß bei meinem Herzblatt.

Das kleine Schnuckeltier auf dem Arm, meinte ich: „Können wir es nicht behalten? Es ist kalt draußen, das Kleine friert und außerdem ist Weihnachten!“ Dazu ein bittender Augenaufschlag und wider aller meiner Erwartungen kam prompt mit einem Lächeln zurück: „Mach, was’d willst.“

War ich baff … und war ich glücklich … und überhaupt und sowieso.

Wir betraten das Haus und das Kleine ging ans Futter und aufs Katzenklo, gerade so, als wenn es niemals woanders gewohnt hätte.

Unser Findelkind tauften wir Feliz Navidad, kurz Feliz, die Glückliche, und seither ist sie aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Sie hat ihr Zuhause gefunden, geht raus zum Spielen und kommt von selbst wieder rein, kurz, es ist schön, dass unser kleines Weinachtswunder uns als Familie auserkoren hat.

Und wenn ich ehrlich bin, ist dies das schönste Weihnachtsgeschenk, welches uns hätte passieren können, denn Feliz ist Freude und Liebe pur. Was bin ich dankbar für ihr Sein.

 

Felize in action https://youtu.be/V70xl7SVFKY

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